Regional­typische und (regional)-bewährte Sorten für Streu­obst­wiesen und Obst­gärten in Berlin und Brandenburg (#4002)

(Letzte Aktualisierung: 4.9.2020)

Äpfel

SorteRegional(-typisch)Beschreibung
Apfel aus Lunow Ja Der Apfel aus Lunow ist eine historische Apfel­sorte aus der märkischen Gemeinde Lunow am Unterlauf des Grenzflusses Oder.
Alkmene Ja Das Institut für Acker- und Pflanzenbau im brandenburgischen Müncheberg züchtete den Alkmene um das Jahr 1930 aus den Sorten Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg.
Altländer Pfannkuchen Der Altländer Pfann­kuchen­apfel ist eine alte Apfelsorte, die um 1840 als Zufalls­sämling im Alten Land entstanden ist. Bei der Sorte handelt es sich um eine alte Erwerbssorte, die früher eine gängige Marktsorte war und heute nur noch von Liebhabern angebaut wird.
Apfel aus Grünheide Ja Historische Apfel­sorte aus dem märkischen Ort Grünheide bei Berlin. Sehr saftige Sorte mit einem aus­gewogenen Verhältnis von Zucker und Säure. Die Früchte können eine beacht­liche Größe erreichen (bis 600g). Baum alternierend, trägt aber alle 2 Jahre reichlich.
Berner Rosenapfel Die Sorte ist ein Zufalls­sämling und wurde um 1890 von einem Landwirt in Opplingen (Schweiz) aufgefunden. Die Frucht ist Mitte Oktober baumreif. Nach der Ernte ist der Berner Rosenapfel ab Dezember genussreif, kann bis März gelagert werden.
Biesterfelder Renette Wurde 1850 als Zufalls­sämling auf Schloss Biesterfeld bei Lügde gefunden. 1904 erstmals in Westfalen beschrieben. Heute in ganz Deutschland im Streuobst verbreitet. Im Wuchs kräftig und stark­wüchsig, reich tragend und sehr anspruchslos.
Bittenfelder Der Bittenfelder stammt auf dem Ort Bittenfeld in Baden-Württemberg. Er zählt zu den besten Sorten für Gär- und Süßmost, da die saftigen Früchte einen hohen Zucker- und Säuregehalt aufweisen.
Bohnapfel Die Bäume des Bohnapfels können sehr alt werden mit großen, breit­kugeligen Kronen. Reif Mitte Oktober bis Anfang November und ab Februar genuss­reif. Sofern die Äpfel am Baum völlig aus­reifen können, ist der Bohnapfel eine der besten Apfel­sorten für die Verwertung.
Boskoop Die großen Äpfel, die häufig über 200 g wiegen, reifen Ende September bis Mitte Oktober und sind bis März haltbar. Sie haben einen säuerlichen Geschmack, aber auch einen sehr hohen Zuckergehalt und sind dadurch sehr vielfältig als Tafel-, Koch-, Back- und Wirtschaftsapfel einsetzbar. Der Baum hat eine sehr starkwüchsige, weit ausladende Krone. Er bevorzugt einen Standort auf schwerem, feuchtem und kalkhaltigem Boden und ist dann langlebig.
Danziger Kantapfel Herbstapfel und seit langer Zeit (erste Nennung 1703 auf Rügen) unter den verschiedensten Namen in Holland und Deutschland verbreitet. Es ist ein mittelgroßer Tafelapfel mit glänzend roter, seidiger Schale, die mit einer natürlichen Wachsschicht überzogen ist. Das Fruchtfleisch ist mit grünen und roten Adern durchzogen. Der Baum ist mittelstark wachsend, reich tragend, anspruchslos und sehr frosthart.
Dülmener Rosenapfel Entstand wahrscheinlich in Dülmen um 1870 aus einem Sämling der Sorte Gravensteiner. Es ist ein sehr guter Pollenspender! Knackig, saftig, süß-fruchtig und herb mit einem ausgeprägten, an Wildrosen erinnernden Duft. Für viele Allergiker geeignet.
Edelborsdorfer Älteste dokumentierte Apfelsorte Deutschlands, ursprünglich gezüchtet von den Zisterziensern, erstmals erwähnt um 1175 im Kloster Pforta in Naumburg an der Saale.
Finkenwerder Herbstprinz Sehr wohlschmeckender Winterapfel aus dem Alten Land. In den 1960er Jahren war diese Sorte ein wichtiger Wirtschaftsapfel im Raum Hamburg, heute ist er fast verschwunden. Es handelt sich um einen Zufallssämling aus der großen Familie der Prinzenäpfel.

Goldparmäne Der Apfel galt über viele Jahrhunderte als eine der besten Tafelobstsorten, es ist eine der ältesten Apfelsorten und entstand wahrscheinlich um 1510 in der Normandie. Der Baum ist etwas anspruchsvoll was Standort und Pflege betrifft.
Grahams Jubiläumsapfel Guter Tafel- und Wirtschaftsapfel aus England, robuste Bäume, mittelgroße bis große Frucht mit gelblicher Schale, sonnenseits etwas gerötet. Der Ertrag setzt bei dieser Sorte früh ein, ist ziemlich regelmäßig und mittelhoch.
Gravensteiner Die Sorte ist mindestens seit 1669 in Dänemark und Norddeutschland bekannt. Der Gravensteiner ist ein Sommerapfel, der von Ende August bis Mitte September erntereif ist. Einst weltweit verbreitet, mit Schwerpunkten in Europa von Südtirol bis Norwegen. Er ist eine der wohlschmeckendsten europäischen Apfelsorten mit typischem, aromatischem Geschmack und stark duftenden Früchten. Dabei ist er deutlich süßer als die meisten anderen Sommeräpfel.
Gubener Warraschke Ja Aus Guben in der Niederlausitz, Brandenburg. Steht jedes Jahr im Mittelpunkt des Gubener Appelfestes und ist Grundlage für den Gubener Apfelwein. Auch heute noch in den Kleingärten der Region noch verbreitet.
Holsteiner Cox Wurde um 1900 von Johannes Vahldiek in Eutin, Schleswig-Holstein als Sämling eines Cox Orange gezogen. Es ist ein Herbstapfel: er ist Ende September pflückreif, in der Regel ab Oktober genussreif und kann bis Dezember - bei entsprechender Lagerung auch deutlich darüber hinaus - gelagert werden.
Kaiser Wilhelm Ja Alte Sorte von 1864. Entdeckt in der Urdenbacher Kämpe bei Düsseldorf. Im Rheinland unter dem Namen Peter Broich bekannt. 1875 von Kaiser Wilhelm für seinen Geschmack gerühmt. Baum wächst stark in die Höhe, daher kommerziell eher uninteressant.
Landsberger Renette Ja Aus Landsberg an der Warthe, heutiges Polen an der Oder, Nähe Frankfurt/Oder. Starkwüchsiger Baum, der schöne Hochstämme ergibt. Angenehmer süßweiniger Geschmack ohne sehr intensives Aroma.
Lausitzer Nelkenapfel Ja Aus Ostsachsen im Gebiet der Oberlausitz. Klein und rotbackig.
Oberlausitzer Muskatrenette Ja Herkunft aus Großschönau bei Zittau, seit Ende des 19.Jhdt. verbreitet in der Ober­lausitz. Süß­aromatischer Tafelapfel mit roter Färbung auf gelbem Grund.
Jakob Fischer Stark bis sehr stark wachsender und robuster Baum mit breit-pyramidale Krone mit langen, überhängenden Trieben. Die hocharomatischen, weinsäuerlichen Früchte sind Anfang bis Mitte September pflückreif und neigen zu Fruchtfall. Sie sind sofort genußreif und sollten schnell verbraucht werden, da sie nur etwa vier Wochen haltbar sind.
Jakob Lebel Starkwüchsiger Baum. Da die Früchte eher lose am Baum hängen, wird ein Anbau in windgeschützter Lage empfohlen. Gilt als der beste Apfel für Apfelkuchen! Der James Grieve ist eigentlich keine Streuobstsorte, eher für Hausgarten geeignet!
Müschens Rosenapfel Frühapfel, Eine Sorte für Sammler und Liebhaber, die wenig Krankheitsanfällig ist aber auch nur eine sehr kurze Reifezeit hat.
Nathusius Taubenapfel Der Baumwuchs ist mittelstark und breit. Die Blüte erfolgt spät, daher besteht kaum Blütenfrostgefahr. Die Pflückreife ist etwa Mitte Oktober erreicht, die Genussreife ab November bis März. Die Apfelfrucht ist mittelgroß, eiförmig und rot gestreift. Die Apfelhälften sind häufig ungleich. Die Frucht riecht kaum. Die Fruchtschale ist glatt und etwas fettig. Das Fruchtfleisch ist weich und saftig, hat ein Bittermandelaroma und schmeckt leicht edelweinig
Pommerscher Schneeapfel Auch Pommersdorfer Schneeapfel genannt, ist eine Apfelsorte, die vor 1900 in Neuvorpommern verbreitet war. Die Frucht wird im September geerntet und ist zwischen September und Februar genussreif. Der Apfel hat weißes Fruchtfleisch. Er ist groß bis sehr groß, grobzellig, saftig mit ausgeglichenem Zucker-Säure-Verhältnis. Seine Ansprüche an den Boden sind gering.
Purpurroter Cousinot Die Sorte ist eher anspruchslos und gedeiht auch in kalten Gegenden und setzt aufgrund der lang andauernden und unempfindlichen Blüte meist gut Früchte an. Der Apfel ist im Oktober pflückreif, die Genussreife erreicht er spätestens im Dezember. Damit gehört er zu den Winteräpfeln und kann, bei entsprechender Lagerung, bis zum Ende des Frühjahrs bzw. Beginn des Sommers genossen werden. Aufgrund seiner intensiv roten Farbe, die durch Polieren der Schale hervorgehoben werden kann, wurde und wird er als Weihnachtsbaumschmuck verwendet.
Roter Eiserapfel Wurde bereits im 16. Jahrhundert um Bamberg und Nürnberg angebaut. Bis in die 1950er Jahre war dieser Apfel in Europa weit verbreitet, da er hervorragende Lagerfähigkeit besitzt: Die Äpfel können in Erdmieten bis zum übernächsten Jahr aufbewahrt werden. Aufgrund seiner Gesundheit und Wüchsigkeit eignet sich der Rote Eiserapfel sehr gut für Streuobstwiesen.
Roter Krieger Der Rote Krieger war zu mindestens in Norddeutschland Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitet, er wurde wegen einer Verwechslung ab Ende des 19. Jahrhunderts in den Topf des Roten Eiserapfels geworfen, mit dem er auch einige Ähnlichkeit hat. Die starkwachsigen Bäume des Roten Krieger sind sehr gut für Streuobstwiesen geeignet und können sehr alt werden.
Rote Sternrenette Die Sorte ist wahrscheinlich in der Umgebung von Maastricht entstanden. 1830 wurde sie erstmals beschrieben. Die Früchte dieser Sorte eignen sich zum Frischverzehr und für Saft. Traditionell wurden sie aufgrund ihres ansprechenden Äußeren oft als rot polierter Weihnachtsapfel verwendet. Als Hochstamm wächst der Baum kräftig; durch den starken Wuchs sind die Anfangserträge relativ gering und setzen spät ein (ab dem 10. bis 12. Jahr nach der Pflanzung).
Ruhm von Kirchwerder Der Apfel hat ein weißes, saftiges Fruchtfleisch mit einem erfrischenden, aromatischen Geschmack. und wird ab September pflückreif, die Genußreife beginnt mit der Pflückreife und dauert bis Ende Oktober/Anfang November an ? womit er zu den Herbstäpfeln gehört. Gute Mostsorte!
Seestermüher Zitronenapfel Nach dem Ort Seestermühe in Schleswig-Holstein benannt, vom Aussterben bedroht und somit nur noch regional bedeutend. 2007 zur "Streuobstsorte des Jahres" in Norddeutschland gewählt.
Signe Tillish Signe Tillisch ist ein hervorragender Tafelapfel, lässt sich jedoch auch gut beim Backen und zur Saftherstellung verarbeiten. Der Baum ist recht starkwüchsig, langlebig und kann auch im Alter noch viele Früchte tragen. ist eine alte Apfelsorte, die ursprünglich aus Jütland stammt.
Strauwalds Parmäne Ende des 19. Jhd. von Gärtner Strauwald in Cosel (Oberschlesien) aus Parkers Pepping und Goldparmäne gezogen. Ausgezeichneter Tafelapfel! Im Oktober geerntet bildet sich der volle Geschmack der Sorte im Lager heraus. Sie kann dann von November bis März frisch aus dem Lager gegessen werden.
Uelzener Rambour Der Uelzener Rambour ist ursprünglich ein Zufallssämling, aus der Zeit von vor 1900 aus dem Garten einer Frau Mass in Wrestedt nahe Uelzen. Erntereif sind die Früchte ab Oktober. Dank der guten Lagerfähigkeit und Langlebigkeit erstreckt sich die Genussreife von Oktober bis Januar. Der baum ist robust und starkwüchsig.
Undine Der Undine ist eine Apfelsorte, die 1961 erstmals in Müncheberg am Institut für Züchtungsforschung gezüchtet wurde. Sein Fruchtfleisch schmeckt angenehm saftig und zudem süß sauer. Er gilt als sehr robust und besitzt gute Abwehrkräfte gegen Schädlinge und Krankheiten. Der Undine ist ab Oktober pflückreif. Dieser Winteräpfel sollte anschließend jedoch zunächst bis Februar kühl gelagert werden, bevor man ihn verzehrt. Bis April kann man ihn längstens lagern.
Werdersche Wachsrenette Ja Aus Werder bei Potsdam, einst ein Schlager unter den Obst­kennern des 19. Jahrhunderts und der "gesuchteste und wertvollste Tafelapfel" der Obstregion Werder.
Winterglockenapfel Der Weiße Winterglockenapfel zeichnet sich durch seinen starken Wuchs und seine Genügsamkeit aus. Seine Früchte sind glockenförmig mit grün-gelber Grundfarbe und einer gelegentlich rötlichen Deckfarbe. Der Geschmack des festen Fruchtfleischs ist säuerlich-erfrischend. Der Weiße Winterglockenapfel ist im Oktober pflückreif und ab Dezember genussreif. Er gehört zu den Winteräpfeln, die an einem kühlen Ort bis Juni gelagert werden können.

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