Auf Streuobstwiesen sind Wühlmäuse (v. a. die Schermaus) ein häufiges Problem, weil sie Wurzeln anfressen und junge Bäume stark schädigen können. Wichtig ist eine Kombination aus vorbeugenden, mechanischen und biologischen Maßnahmen.
1. Vorbeugung
- Baumscheiben freihalten: Kurz gehaltene Vegetation rund um den Stamm macht die Fläche unattraktiv.
- Mulch vorsichtig einsetzen: Dicker Mulch bietet Deckung, besser dünn oder gar nicht.
- Flächen regelmäßig kontrollieren: Wühlmäuse werfen flache, breite Erdhügel auf, die meist seitlich versetzt zum Gang liegen. Im Gegensatz zum Maulwurfshügel ist der Ausgang oft sichtbar und nicht in der Mitte. Ein weiteres Merkmal sind oft offene oder nur locker mit Erde verschlossene Löcher im Boden, besonders in der Nähe von Pflanzen. Verhaltenstest (Verwühlprobe): Wenn man einen Gang öffnet, verschließt die Schermaus diesen innerhalb kurzer Zeit wieder (meist innerhalb von Stunden), da sie empfindlich auf Licht und Zugluft reagiert.
- Die besten Bekämpfungszeiträume sind der Spätherbst, solange der Boden offen ist, und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung der Wühlmäuse beginnt. Maßnahmen während der Sommermonate sind weniger effektiv.
2. Mechanischer Schutz (bei Neupflanzungen)
- Wühlmausgitter / Drahtkörbe: Ein engmaschiges Gitter (Maschenweite max 20mm) um die Wurzeln schützt effektiv. Es sollte mindestens 50 cm tief eingebuddelt und nach oben hin um den Stamm geschlossen werden. Verzinkte Drahtgitter sind langlebiger, aber auch teurer. Die Zinkschicht verbraucht sich nach und nach, der natürliche Korrosionsprozess setzt ein und das gesamte Material zersetzt sich rückstandsfrei und biologisch unbedenklich im Boden.
- Baumschutzmanschetten: Schützen zusätzlich den Stamm vor Verbiss
- Pflanzung in Rollkies oder Feldsteine: Alternativ kann man Drainagekies, Schotter oder Miesmuschelschalen verwenden.
3. Natürliche Feinde fördern
Auf Streuobstwiesen und Obstgärten gilt es, natürliche Feinde zu fördern. Dies erfolgt durch das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel, Nisthöhlen für Eulen und Falken, Stein- und Holzhaufen für Wiesel. Katzen sind ebenfalls wichtige Gegenspieler.
Eine Streuobstwiese mit Maulwurfpopulation ist meist wühlmausfrei. Die beiden Arten mögen sich nicht sonderlich, denn der Maulwurf ist einer der Hauptfeinde der Wühlmaus und frisst ihren Nachwuchs auf.
4. Fallen (bei akutem Befall)
Gegen Wühlmäuse werden Bügel-, Zangen- oder Kastenfallen verwendet, z.B. Topcat, Kieferle. Mit Ködern wie Möhren präpariert, kommen sie in die geöffneten Gänge, die danach mit Steinen, Brettern oder schwarzem Eimer abgedeckt werden, um Lichteinfall zu verhindern. Fassen Sie die Fallen mit Handschuhen an und reiben Sie sie mit Erde ein, um menschliche Gerüche zu minimieren.
Die von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt entwickelte Göttinger Fangwanne hat ebenfalls ihre Anhänger unter Streuobstfreunden.
5. Abwehrmaßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung
Die Nagetiere vertreiben sollen Hausmittel wie das Pflanzen von Knoblauch, Wolfsmilch oder Kaiserkronen, das Gießen mit Thuja-Jauche, das Einbringen von Thujazweigen oder Holunderlaub. Die Wirkung ist jedoch eher unsicher. Das gilt ebenfalls für Ultraschallgeräte und Flaschen, die in den Boden gesteckt werden oder das Fluten von Gängen, wenn der Boden tief gefroren ist. Auch dem Düngen mit Schafwollpellets wird eine abwehrende Wirkung nachgesagt.