Förder­möglich­keiten für Streuobst in Berlin-Brandenburg (#1001)

(Letzte Aktualisierung: 23.11.2020)

Leider gibt es in Brandenburg nur wenig Möglich­keiten, sich die Neuanlage oder Bewirt­schaftung einer Streuobst­wiese fördern zu lassen. Für die Bewirtschaftung greift zuerst die KULAP Förderung, allerdings in einem Umfang, die den Aufwand der Beantragung kaum lohnt. Aktuell ist zudem nur eine Verlängerung bereits bestehender KULAP-Anträge möglich.

Für Flächengrößen zwischen 2.500m2 und 15.000m2 (25 bis 150 Bäume) können Sie das Baum­paten­schafts-Programm von Äpfel & Konsorten nutzen.

Große Neupflanz­projekte lassen sich über Flächen­kompensation (z.B. Betriebs­integrierte Kompensationsmaßnahmen, die Flächenagentur Brandenburg, die BADC GmbH mit Schwerpunkt Flughafenumfeld BER oder den Naturschutzfonds Brandenburg) finanzieren. Weiterhin gibt es den Vertragsnaturschutz und Direktzahlungen aus dem EU-Haushalt für Landwirte.

Wir setzen uns seit geraumer Zeit beim Umwelt­ministerium des Landes dafür ein, verbesserte Förder­bedingungen für die Neuanlage und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen in Brandenburg zu schaffen.


1. KULAP

Wer wird gefördert?
Betriebsinhaber mit landwirtschaftlicher Tätigkeit
Was wird gefördert?
  • Pflege extensiver Obstbestände (40-100 Bäume/ha)
  • Besonders nachhaltige Verfahren auf Dauergrünland (<40 Bäume/ha)
  • Auch für 2021 ist keine Neubeantragung für das KULAP im Bereich Streuobstanbau (FP 850 = Pflege extensiver Obstbestände) möglich. Lediglich Verlängerungs- und Änderungsanträge (Stand: Nov 2020)
Förderkriterien

Pflege extensiver Obstbestände

  • Obstbaumbestand von 40-100 Bäume/ha
  • Fläche muss als förderfähige Fläche im Feldblock­kataster erfasst sein
  • Mindestgröße 0,3 ha
  • Erhaltungsschnitt im ersten oder zweiten Verpflichtungs­jahr durch Fachpersonal
  • jährlich mindestens einmalige Mahd, oder Beweidung bis 15. Juni
  • Beseitigung von Bäumen nicht zulässig. Nur Nachpflanzung von Hochstämmen (1,80 m)
  • keine Anwendung von Pflanzenschutz­mitteln, Beregnung und Melioration

Besonders nachhaltige Verfahren auf Dauergrünland

  • Nutzung mindestens einmal jährlich bis 15. Oktober
  • Räumung des Mähgutes
  • Verzicht auf mineralische Düngung
  • Keine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, Beregnung, Melioration
  • Verzicht auf jegliche Düngung (optional)
  • ausschließliche Beweidung mit Schafen und / oder Ziegen (optional)
  • Verzicht auf jegliche Düngung (optional) und ausschließliche Beweidung mit Schafen und / oder Ziegen (optional)
  • Nutzungsbeschränkung durch spätere Nutzungs­termine (optional)
Art und Höhe

Pflege extensiver Obstbestände

  • 6,50 EUR pro Baum und Jahr
  • keine Doppelförderung für Maßnahmen mit gleichem Förderinhalt und für Ausgleichs- und Ersatz­maßnahmen
  • Verpflichtungszeitraum ist 5 Jahre
  • Mindestförderung von 250 EUR pro Unternehmen und Jahr

Besonders nachhaltige Verfahren auf Dauergrünland

  • mindestens 140 EUR/ha mit Option auf Vertrags­erweiterung
Weitere Informationen

Informationen des MLUK

https://mluk.brandenburg.de/...

Feldblockkataster

https://geobroker.geobasis-bb.de/...

2. Vertragsnaturschutz

Wer wird gefördert?
Alle Personen
Was wird gefördert?

Erhalt und Entwick­lung gefährdeter Lebens­räume auf nicht-Produktions­flächen

Förderkriterien

Extensive Grünlandnutzung

  • einmalige jährliche Nutzung
  • kein Mulchen
  • kein chemisch-synthetischer-Dünger, keine Pflanzen­schutz­mittel
  • optional: kein Mineraldünger
  • optional: kein Gülleeinsatz
  • optional: Verzicht auf jegliche Düngung
  • optional: Verzicht auf Pflege­maßnahmen
  • optional: ein­geschränkte Grün­land­nutzung

Pflege von speziellen Biotopen

  • keine gewerbliche Nutzung
  • individuelle Verein­barungen über Mahd, oder Beweidung
Art und Höhe
  • Keine Doppel­förderungen (KULAP, LEADER, Richtlinie Natürliches Erbe und Umwelt­bewusst­sein, Kompensations­zahlungen, Ausgleichs­zahlungen für Landwirte in Natura 2000 Gebieten)
  • De-minimis-Beihilfe

Extensive Grünland­nutzung

  • mindestens 140 EUR/ha für Verzicht auf chemisch-synthetische Stickstoff­dünge­mitteln und Pflanzen­schutz­mitteln mit Option auf Vertrags­erweiterungen
  • mindestens 45 EUR/ha für ein­geschränkte Grünland­nutzung mit Option auf Vertrags­erweiterung

Pflege von speziellen Biotopen

  • individuell
  • 100 % der zuwendungs­fähigen Ausgaben
Weitere Informationen

Informationen des MLUK

https://mluk.brandenburg.de/...

3. Richtlinie natürliches Erbe und Umwelt­bewusstsein

Wer wird gefördert?
Abhängig vom Förderungs­gegenstand
Was wird gefördert?
  • Anlage, Wieder­herstellung und Ver­besserung von Streu­obst­wiesen
  • Entbuschung
Förderkriterien

Anlage, Wieder­herstellung und Verbesserung von Streu­obst­wiesen

  • Dauerhafte Sicherung der Flächen
  • Kulisse mit hohem Naturwert
  • naturschutz­fachliche Relevanz des Projektes => positive Stellung­nahme des LfU erforderlich
  • alle Personen können gefördert werden

Entbuschung

  • einmalige Entbuschung zur Schaffung, Wieder­herstellung und Ent­wicklung von Lebens­räumen
  • Förder­berechtigte Personen sind Betriebs­inhaber mit einer land­wirt­schaftlichen Tätigkeit, andere Land­bewirtschafter, Gemeinden und gemein­nützige juristische Personen
  • Kulissen der Agrarland­schaften in Natura 200 Gebieten und Gebiete mit hohem Naturwert
Art und Höhe

Anlage, Wieder­herstellung und Verbesserung von Streu­obst­wiesen

  • Keine Doppel­förderung (KULAP, Kompensations­maßnahmen)
  • Bagatellgrenze 5.000 EUR
  • 100 % der förder­fähigen Gesamt­ausgaben (Pflanzungen, Kultur­pflege und Schutz in den ersten drei Jahren)
  • Die Mittel sind in der aktuellen Förder­periode erschöpft!

Entbuschung

  • keine Doppel­förderung von Kompensations­maßnahmen
  • Bagatellgrenze 5.000 EUR
  • bis zu 100% (für Gemeinden 90 %) der förder­fähigen Gesamt­ausgaben
Weitere Informationen

Informationen des MLUK

https://mluk.brandenburg.de/...

4. Kompensations­maßnahmen

Wer wird gefördert?
Alle Personen
Was wird gefördert?
  • NaturSchutzFonds: Pflanzung, Entwicklungs­pflege, Sanierungs­maßnahmen
  • Flächenagentur: Pflanzung mit 25-jährigem Pflege­vertrag
Förderkriterien

NaturSchutzFonds

  • keine Finanzierung von wieder­kehrenden Pflege­maßnahmen
  • dauerhafte Flächen­sicherung
  • Zweckbindungs­frist von 25 Jahren

Flächenagentur

  • keine reinen Pflege­maßnahmen
  • Pflanzung mit 25 Jahre Pflegevertrag
  • Mindest­größe 1 ha
  • Sicherung der Fläche: Grundbuch-Eintrag
  • weitere Kriterien, u.a. Gebietskulisse => werden intern geprüft
Art und Höhe

NaturSchutzFonds

  • Zuschuss bis zu 100 % der zuwendungs­fähigen Gesamt­ausgaben
  • Mindest­förderung 5.000 EUR
  • Kombination mit anderen Finanzierungs­mitteln möglich

Flächenagentur / BADC

  • Komplett­finanzierung
Weitere Informationen

NaturSchutzFonds:

https://www.naturschutzfonds.de

Förder-richt­linie NaturSchutzFonds:

https://www.naturschutzfonds.de/...pdf

Flächenagentur Brandenburg:

https://www.flaechenagentur.de

BADC Flächen­management:

http://www.badc-inkof.de

Arbeits­hilfe Betriebs­­integrierte Kompensation (PDF)

https://www.google.com...Z6VGf

Hinweise zum Vollzug der Eingriffsregelung (PDF)

https://www.google.com...y219F

5. Direktzahlungen

Wer wird gefördert?
Aktive Betriebs­inhaber mit einer betrieb­lichen Mindest­größe
Was wird gefördert?
Produktions­unabhängige, flächen­bezogene Direkt­zahlungen
Förder­kriterien
  • Aktiver Betriebs­inhaber muss bei aus­schließlichem Streu­obst­anbau 8ha bewirtschaften
  • maximaler Bestand von 100 Bäumen pro Hektar
  • Greening-Verpflichtungen entfallen bei Dauer­kulturen
Art und Höhe
  • Keine Kombination mit anderen ELER finanzierten Ausgaben
  • Basisprämie: ca. 176 EUR/ha
  • Greening-Prämie: ca. 86 EUR/ha
Weitere Informationen

Informationen des MLUK:

https://mluk.brandenburg.de/...

6. Förderung über Baumpatenschaften

Wer wird gefördert?
Alle Personen
Was wird gefördert?
Äpfel & Konsorten fördert die Anschaffungskosten für die Pflanzung von Obstbäumen auf Streuobstwiesen über ein Baumpaten-Modell. Die abgeschlossenen Patenschaften werden auf die eigenen Wiesen des Vereins und die von Kooperationspartnern verteilt. Eine Garantie für eine bestimmte Menge Pflanzungen wird durch den Verein nicht übernommen.
Förder­kriterien
  • Die Streuobstwiese sollte eine Mindestgröße von 2.500 m2 / 25 Bäume haben
  • Verein erhält Vorkaufsoption für Erntenmengen, die über den Eigenbedarf des Kooperationspartner hinausgehen (> 250kg)
  • Optionale Nutzung der Fläche für Umweltbildungsmaßnahmen
Art und Höhe
  • Anschaffungskosten von Obstbäumen (H 2vH, 7-8cm) inkl. Verbiss- und Wühlmausschutz für die Pflanzung auf Streuobstwiesen in Berlin und Brandenburg
  • Pflanzplanung (Anzahl, Sorten, Standorte, Terminierung)
  • Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Pflanzungen
  • Beratung und Unterstützung des Vertragspartners bei Pflegemaßnahmen in den ersten drei Jahren nach der Pflanzung, sofern der Vertragspartner diese benötigt
  • 25 EUR pro neugepflanztem Baum bei eigener Anschaffung
Weitere Informationen
Muster Kooperationsvertrag zum Download (PDF)

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